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Mit den neu gegründeten Stadtwerken sollen in Schmalkalden sauberer Strom und preiswerte Wärme erzeugt werden. Die Technologie kommt aus Kalifornien, das Know-How aus Finnland. Von Marco Schreiber
Schmalkalden - Es ist noch gar nicht lange her, da verkauften deutsche Kommunen reihenweise ihre städtischen Betriebe. Private Unternehmer sollten die Dienste von Stadtwerken, Bauhöfen und Wohnungsgesellschaften viel preiswerter erledigen. Außerdem waren einige Unternehmen als Selbstbedienungsläden korrupter Politiker in Verruf geraten, sollte der Sumpf trockengelegt und weiterem Filz ein Riegel vorgeschoben werden.
Die Stadt Schmalkalden ist jetzt den umgekehrten Weg gegangen und hat im vergangenen Jahr eine Stadtwerke-Gesellschaft gegründet. Das langfristige Ziel: mit der Produktion von Strom und Wärme mittels Kraft-Wärme-Kopplung Profit erwirtschaften und die chronisch klamme Stadtkasse auffüllen. "Der Gewinn wird in Schmalkalden reinvestiert werden", verspricht Bürgermeister Thomas Kaminski. Auch Spielraum zur weiteren Stadtentwicklung erhofft er sich. "Wir gucken nach Meiningen, wo die Stadtwerke auch Immobilien entwickeln." Während Schmalkalden seit Jahren von einem Parkhaus träumt, betreiben die Meininger Stadtwerke sogar ein Hallenbad.
Sowohl mit ihrem Geschäftsmodell als auch mit der Technik betreten die Schmalkalder Neuland. Wer wissen will, wie dieses aussieht, muss ins Gründerzentrum TGF am Rand der Plattenbausiedlung fahren. Dort hat sich die Firma Greenvironment eingemietet, ein ursprünglich finnisches Unternehmen, das Strom und Wärme mit kleinen Gasturbinen erzeugt. Der deutsche Ableger von Greenvironment - ein englisches Kunstwort aus grün und Umwelt - ist mit 30 Prozent an der Dezentralen Energien Schmalkalden GmbH (DES) beteiligt. Die restlichen 70 Prozent gehören den Schmalkalder Stadtwerken. Public-Private-Partnership heißt diese Form der Zusammenarbeit.
Ausgefeilte Technik
"Die DES baut, plant und betreibt die Anlagen von Greenvironment", erklärt der städtische Wirtschaftsförderer René Killenberg im Foyer des Gründerzentrums. Hier steht eine jener Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung, mit denen die Stadtwerke bald Geld verdienen wollen - ein cremefarbener Container, kaum größer als ein Kleiderschrank. Im oberen Teil hängt die Mikrogasturbine, in der Gas verbrannt und Strom erzeugt wird. Die Abwärme ist bis zu 300 Grad heiß und wird über einen Wärmetauscher zur Heizung genutzt.
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